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Macher und Visionär gibt Steuerrad ab

Rainer Krause hat den Vorsitz des Stadtmarketingvereins an seinen Nachfolger Simon Wurm weiter gegeben. Von Andrea Opitz / © Marbacher Zeitung

Die Mitgliederversammlung des Stadtmarketing Schillerstadt Marbach (SSM) fand am Donnerstag, 11. Juni 2015 in einem ganz besonderen Rahmen statt: Auf dem Motorschiff „Wilhelma“ schipperten etwa 170 Mitglieder und Gäste zum Neckarbiotop „Zugwiesen“ in Poppenweiler. Nicht nur über den Neckar zu reden sondern sich auf ihm zu bewegen und eine andere Sichtweise auf die Stadt zu erhalten war der Grund für diesen außergewöhnlichen Versammlungsort. Schließlich liegt dem Stadtmarketing die Anbindung des Neckars an die Innenstadt seit langem besonders am Herzen.

Es müsse Besuchern und Bürgern leichter gemacht werden, die stark befahrene Straße mithilfe einer Brücke überqueren zu können. „Es muss das Ziel sein, das umzusetzen“, betonte Rainer Krause. Der bisherige SSM-Vorsitzende kann durchaus als Kapitän des Stadtmarketings bezeichnet werden. Schließlich hat Krause das Steuerrad seit der Vereinsgründung im Jahr 2001 fest in der Hand gehalten und dem Stadtmarketing einen „Stempel aufgedrückt“, wie es der Schriftführer Kai Keller in seinem Dankeswort formulierte. Der scheidende Vorsitzende habe die Mannschaft mit Leidenschaft geführt, viel Zeit und Engagement in die Arbeit investiert, ein wertvolles Netzwerk aufgebaut und sich für die Bürger stark gemacht.

„Rainer Krause ist ein Macher und er hat Visionen, ein Glücksfall für das Stadtmarketing“, lobte Keller. Kurz vor seinem 65. Geburtstag gab der Vorsitzende sein Amt an Simon Wurm von der Firma pro optik weiter. Und warum gerade jetzt? „Das Stadtmarketing ist erwachsen geworden und ich lasse jetzt los“, begründete Krause. Als Mitglied bleibe er dem Verein auch weiterhin verbunden.

Von den bisherigen Aktivitäten des SSM habe die komplette Stadt profitiert, sagte Bürgermeister Jan Trost anerkennend. Rainer Krause habe die Zukunft Marbachs mitgestaltet und das gute Image mit aufgebaut. „Ihr Engagement hat die Stadt voran gebracht.“ Ob Gassenlauf, kostenloses Parken in der Innenstadt oder die Schiller-Geschenkgutscheine – die Liste der umgesetzten Projekte ist lang. „Sie haben die Weichen gestellt“, sagte Trost und überreichte Rainer Krause die Bürgerplakette der Stadt Marbach als Dank für seine Verdienste.

Am Beispiel des Neckarbiotops Zugwiesen in Poppenweiler machte Reinhard Wolf, der im Regierungspräsidium Stuttgart im Bereich Naturschutz gearbeitet hat, auf die Schönheiten am hiesigen Neckar aufmerksam. Ganz nach dem Grundsatz „jede Medaille hat zwei Seiten“ gab der Experte jedoch zu bedenken: „Vor der eigenen Türe Naturschutz zu betreiben ist oft schwierig.“ Denn wenn es ums Geld ausgeben gehe oder darum, auf etwas Gewohntes zu verzichten, könne das durchaus weh tun.

Zur Fahrt auf dem Neckar hat der SSM auch die Neckar-Anlieger Uwe Oehler, Geschäftsführer der Lederfabrik Oehler sowie Peter Steinmüller von der Firma EgeTrans eingeladen, die unweit des Flusses ein neues Verwaltungsgebäude in Form eines Schiffes baut, das voraussichtlich im Sommer 2017 bezugsfertig ist. Im Interview mitRainer Krause kündigte auch Uwe Oehler an, seinen Standort vergrößern zu wollen.

Dass Marbach bei den Besuchern einen großen Stellenwert hat, machte der Schiffskapitän Wolfgang Thie anhand der Besucherzahlen deutlich. Rund 40 000 Gäste schipperten durchschnittlich pro Jahr in die Schillerstadt.

Der neue SSM-Vorsitzende Simon Wurm hat es sich jedenfalls zum Ziel gesetzt, nur das Beste für die Bürger erreichen zu wollen. Der 38-Jährige, der in Benningen aufgewachsen ist und seit sechs Jahren in der Schillerstadt lebt, will „etwas bewegen“. „Ich habe Lust auf Marbach“ sagte er hoch motiviert und trat sein Amt gut gelaunt an. Bei den Vorstandswahlen wurde Thomas Nytz in seinem Amt als Schatzmeister genauso bestätigt wie Kai Keller als Schriftführer und Jochen Berger als zweiter stellvertretender Vorsitzender.